Chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Rheuma, Übergewicht, viele Krebsarten – und auch Depression, Angststörungen, Burn-out, Demenz, Parkinson, MS – nehmen seit Jahren deutlich zu.
Die Forschung zeigt:
Von allen Lebensstilfaktoren sind zwei beeinflussbare Faktoren besonders wichtig:
- chronischer psychosozialer Stress
- unsere tägliche Ernährung
Chronischer Stress ist wahrscheinlich der wichtigste Einflussfaktor auf unsere Gesundheit, denn wir haben genügend gute Nahrungsmittel. Hält die innere Anspannung über längere Zeit an, wirkt sich das fast immer negativ auf andere gesundheitsfördernde Lebensstilfaktoren aus: Man ernährt sich schlechter, greift eher zu „Notlösungen“ wie Süßigkeiten, Fastfood, Rauchen oder Alkohol, schläft schlechter, hat weniger Zeit und Energie für soziale Kontakte, für Entspannung und für regelmässige Bewegung. Selbst wer viel Sport treibt, kann die negativen Folgen von dauerhaftem innerem Stress damit oft nicht vollständig ausgleichen.
Gerade die Kombination aus chronischem Stress und ungesunder Ernährung schafft ein ungünstiges „inneres Milieu“ im Körper: Blutzucker und Entzündungswerte steigen, die Verdauung und das Immunsystem geraten aus dem Gleichgewicht, und die Energieproduktion in den Zellen leidet. In diesem Sinne betonen Forscher wie der japanische Immunologe Toru Abo, dass Stress und Ernährung zu den wichtigsten Ursachen für die Entstehung vieler chronischer Krankheiten gehören – weil sie gemeinsam die grundlegenden Rahmenbedingungen für Gesundheit oder Krankheit bestimmen.
Stress und Ernährung wirken gleichzeitig auf:
- Herz, Gefäße, Darm, Immunsystem, Stoffwechsel
- und direkt auf das Gehirn: Stimmung, Schlaf, Konzentration, Gedächtnis
Auf dieser Seite finden Sie eine Kurzfassung. Die ausführliche Version mit Tabellen können Sie hirt herunterladen
Stress – wenn der Alarmmodus dauerhaft an bleibt
Kurzfristiger Stress macht uns wach und
leistungsfähig.
Chronischer Stress (wochen- bis jahrelange Belastung ohne Erholung) bringt Körper und Gehirn aus der Balance.
Typische Quellen:
- beruflicher Druck, Konflikte, finanzielle Sorgen
- Pflege von Angehörigen, Doppelbelastung
- Einsamkeit, frühere Traumata
- ständige Reizüberflutung (Smartphone, E-Mails, Social Media)
Mögliche Folgen:
- innere Unruhe, Grübeln, Gereiztheit
- Schlafstörungen, Erschöpfung, chronische Schmerzen
- Bluthochdruck, Verdauungsprobleme, geschwächtes Immunsystem
- psychisch: Angst, Depression, Burn-out
- kognitiv: „Brain Fog“, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, erhöhtes Demenzrisiko
Ohne Stressregulation (Schlaf, Erholung, Achtsamkeitsmeditation, Psychotherapie, soziale Unterstützung) wirken auch Medikamente und Ernährung oft nur eingeschränkt.
Ernährung – tägliche „Information“ für Körper und Gehirn
Jede Mahlzeit beeinflusst:
- Blutzucker und Insulin
- Darmflora und Darmbarriere
- Entzündungsniveau
- Mitochondrien (Energieproduktion)
- Bildung von Botenstoffen im Gehirn
Ungünstige „westliche“ Kost (viel Zucker, Weißmehl, Fastfood, Fertigprodukte, Wurst, schlechte Fette) fördert:
- Übergewicht, Bauchfett, Typ-2-Diabetes, Fettleber
- Arteriosklerose (Herzinfarkt, Schlaganfall)
- stille Entzündung im ganzen Körper
- im Gehirn: Blutzuckerschwankungen, Stimmungstiefs, mehr „Neuroentzündung“
- langfristig: erhöhtes Risiko für Depression, Schlaganfall, Demenz
Schützende, gehirnfreundliche Ernährung (z. B. mediterran):
- viel Gemüse, etwas Obst (Beeren)
- Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen
- hochwertige Fette (Olivenöl, Omega-3)
- ausreichend Eiweiß
- wenig Zucker, Weißmehl, Fertigprodukte, Alkohol
Sie kann Entzündung senken, Stoffwechsel stabilisieren, Herz und Gehirn schützen – und Energie, Stimmung und Gedächtnis verbessern.
Stress und Ernährung – Teufelskreis oder Aufwärtsspirale?
Stress und Ernährung verstärken sich häufig gegenseitig:
- Stress → Süßhunger, Fastfood → Blutzuckerschwankungen → noch mehr Stress
- Stress → schlechter Schlaf → mehr Koffein, Zucker, Snacks → Schlaf wird weiter schlechter
- Stress → Reizdarm → schnelle „Notlösungen“ beim Essen → Darm und Gehirn leiden
Die gute Nachricht: Dieselben Mechanismen lassen sich positiv nutzen – kleine, realistische Schritte bei Stressbewältigung und Ernährung können bereits spürbar etwas verändern.
Mehr dazu im PDF
Im ausführlichen PDF finden Sie:
- einfache Übersichten zu den Wirkungen von Stress und Ernährung auf Körper und Gehirn
- drei Tabelle zur Wechselwirkung Stress ↔ Ernährung ↔ Gehirn
- allgemein verständliche, aber fachlich fundierte Erklärungen
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